Dienstag, Mai 15, 2007

organ

und wieder einmal wurde mir selbst mein unvergleichliches genie bewiesen. und das kam so. im studio führte der weg zur toilette an johannes orgel vorbei, welche er erst am vergangenen wochenende ins studio geschafft hatte (anm. d. red. wir berichteten nicht). natürlich provozierte die orgel eine kleine spieleinlage. dabei fiel mir wieder ein, dass mir johannes berichtet hatte, dass ein technischer defekt an der orgel vorliegt. die lautstärke liese sich nicht mehr regeln und man könne nur noch mit voller lautstärke spielen. mein erstes antesten bestätigte mir sofort, dass hier irgendwas nicht stimmte. schnell machte ich mich mit den bedienfunktionen des antiken stückes vertraut und konnte daraufhin feststellen, dass sich die lautstärke von fuss-pedal und unterer tastatur sehr wohl einstellen liessen, jedoch die obere (solo) tastatur nicht. zudem musste ich feststellen, dass im gegensatz zu den anderen tasten hier auch gar kein lautstärkeregler vorhanden war. sehr verdächtig! beim öffnen des gerätes fiel es mir wie schuppen aus den haaren und ich fand eine heisse spur. ein pedal! es ist mir vorher gar nicht aufgefallen, weil es in das gerät eingelassen ist. hierbei vermutete ich könnte es sich möglicherweise um eine art hauptlautstärkepedal handeln. eine potentielle fehlerquelle wäre das eingebaute drehpotentiometer sicher... ich schraubte die pedaleinheit aus der orgel. zwei leitungen waren an der platine angeschlossen. eine dicke und eine dünne. ich versuchte es mit einer widerstandsmessung. funktionierte nicht. hm. vielleicht ein mechanischer defekt in der übertragung vom pedal auf das drehpoti. ich löste die platine aus dem pedal und staunte nicht schlecht. da war gar kein poti drin. da war eine glühlampe drin. sofort war mir alles klar. aus verschleisstechnischen gründen haben die orgelentwickler eine für ihre zeit sicher recht innovative methode angewand. eine optische regelung. das licht der glühlampe wird von einem gegenüberliegenden fotowiderstand aufgenommen. dazwischen liegt eine mechanische klappe, betätigt vom fusspedal. je nachdem, wieviel licht durchkommt, desto grösser wird der widerstand und umso leiser die orgel! nachdem aber nun das birnchen (moderne schaltungen verwenden LEDs) kaputt gegangen war, konnte also gar kein licht mehr am fotowiderstand ankommen und die orgel war dazu verdammt, elend laut zu gehen. schon durch das einfallende licht der zimmerbeleuchtung wurde die orgel sofort deutlich leiser, stellte ich mich vor sie und verdeckte den lichteinfall, wurde sie wieder lauter. so konnte ich durch tanzen die lautstärke variieren ;-) THORSTEN

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1 Kommentare:

Am/um 15/5/07 22:33 , Blogger thorsten meinte...

meinen ganz besonderen dank an cora für´s korrekturlesen. danke!

 

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